Loxone RGBW Dimmer: Auswahl, Anschluss und Planung
Der RGBW Dimmer ist das Bauteil, das aus einem LED-Streifen eine steuerbare Lichtquelle macht. Er sitzt zwischen Netzteil und Leuchte, nimmt die Vorgaben aus dem Miniserver entgegen und setzt sie in Helligkeit und Farbe um. Klingt einfach, hat aber drei Stellen, an denen es in der Planung regelmäßig hakt: die Wahl der Variante, die Auslegung des Netzteils und die Absicherung.
Was der Dimmer technisch macht
RGBW steht für vier Kanäle: Rot, Grün, Blau und Weiß. Der Dimmer steuert diese vier Kanäle getrennt an und erzeugt daraus die Mischung, die am Ende im Raum ankommt. Für einzigartige RGBW Farblichtstimmungen ist genau das die Voraussetzung.
Gedimmt wird über PWM, also Pulsweitenmodulation. Die Spannung wird dabei nicht abgesenkt, sondern sehr schnell ein- und ausgeschaltet, wodurch das Auge eine geringere Helligkeit wahrnimmt. Das ist der Grund, warum sich LED-Technik so fein regeln lässt, beim Compact Dimmer etwa mit einem stufenlosen Dimmverhalten von 0 bis 100 %.
Praktisch sichtbar wird das an der Klemme: Der Anschluss erfolgt über eine fünfpolige Push-in-Klemme, also vier Kanäle plus gemeinsamer Pol. Wer den Aufbau einmal verstanden hat, erkennt daran sofort, wie der Streifen anzuschließen ist.
Die drei Varianten im Vergleich
Bei uns finden Sie drei Ausführungen, die sich in Anbindung und Bauform unterscheiden.
Der RGBW 24V Dimmer Tree ist die kabelgebundene Ausführung zur Hutschienenmontage. Er sitzt im Verteiler, ist über Loxone Tree angebunden und updatefähig. Das ist die Wahl im Neubau, wo die Leitungen ohnehin zum Verteiler laufen.
Der RGBW 24V Dimmer Air ist baugleich kompakt und ebenfalls für die Hutschiene gedacht, wird aber über Loxone Air angebunden. Er passt, wenn der Verteiler steht, aber keine Datenleitung dorthin führt.
Der RGBW 24V Compact Dimmer ist die Ausführung für den dezentralen Einsatz. Durch seine kompakte Bauweise kommt er dorthin, wo die Leuchte sitzt, etwa in eine Dose oder einen Hohlraum, statt in den Verteiler. Er bringt eine einfache Inbetriebnahme und volle Updatefähigkeit mit.
Die Faustregel: Wenn die Leitungen ohnehin im Verteiler zusammenlaufen, nehmen Sie Tree oder Air auf der Hutschiene. Wenn Sie an einer einzelnen Stelle nachrüsten und keine Leitung zum Verteiler ziehen wollen, ist der Compact Dimmer der kürzere Weg.
Was Sie anschließen können
Der Dimmer arbeitet mit 24 Volt Gleichspannung, und alles, was daran hängt, muss dafür ausgelegt sein.
Typisch sind RGBW LED-Streifen für indirekte Beleuchtung in Voute, Schattenfuge oder Regal. Dazu kommen RGBW-Spots für die Decke sowie Leuchten aus eigener Fertigung wie die Kugelino Hängeleuchte, von der sich bis zu 8 Stück an einem Loxone 24V RGBW Dimmer anschließen lassen.
Diese Zahl zeigt zugleich, worauf es ankommt: Wie viel an einen Dimmer passt, hängt nicht an der Stückzahl, sondern an der Gesamtleistung der angeschlossenen Leuchten. Prüfen Sie deshalb immer die Angaben des jeweiligen Leuchtmittels und des Dimmers, statt nach Erfahrungswerten zu rechnen.
Das Netzteil richtig auslegen
Hier entsteht der häufigste Planungsfehler, und er fällt erst auf, wenn alle Kanäle gleichzeitig auf Weiss stehen.
Bei RGBW liegt die höchste Last nicht bei einer Farbe, sondern dann, wenn mehrere Kanäle zusammen fahren. Ein Netzteil, das im Normalbetrieb reicht, kann genau in diesem Moment an seine Grenze kommen. Rechnen Sie deshalb mit dem Vollausschlag aller Kanäle, nicht mit dem üblichen Betrieb.
Planen Sie zusätzlich eine Reserve ein, weil ein dauerhaft am Limit laufendes Netzteil wärmer wird und kürzer hält. Bei uns finden Sie passende Netzteile, etwa mit 24 V und 10 A, sowie weitere Ausführungen für kleinere und größere Installationen.
Absicherung: der Punkt, der übersprungen wird
Ein 24-Volt-Kreis gilt als harmlos, und genau deshalb wird er oft ohne Absicherung aufgebaut. Bei einem Kurzschluss in der Leitung oder am Streifen fließt dann so lange Strom, bis etwas nachgibt.
Für diesen Fall gibt es den LOX-FUSE-F5, eine kompakte Sicherungsklemme speziell für 24V PWM RGBW Dimmer. Sie kommt als Bausatz und schützt den Dimmerausgang, statt im Fehlerfall das Gerät selbst zur Sicherung zu machen.
Gerade bei längeren Leitungswegen und bei Streifen, die später einmal gekürzt oder verlängert werden, ist das eine Investition, die sich beim ersten Fehler bezahlt macht.
Häufige Stolpersteine
Vier Punkte tauchen in der Praxis immer wieder auf.
Falsche Spannung. 24 V DC ist Pflicht. Ein 12-V-Streifen am 24-V-Dimmer geht kaputt, und umgekehrt bleibt er dunkel.
Vertauschte Kanäle. Wenn Rot und Grün am Ende falsch herum liegen, stimmt die Farbmischung in der Visualisierung nicht mit dem überein, was im Raum passiert. Beschriften Sie die Adern vor dem Einziehen.
Leitungslänge. Bei langen Wegen zwischen Dimmer und Streifen fällt Spannung ab, und das Ende des Streifens leuchtet schwächer als der Anfang. Der Compact Dimmer nahe an der Leuchte umgeht dieses Problem.
Defekte Klemme. Push-in-Klemmen sind robust, aber nicht unkaputtbar. Als Ersatzstecker in fünfpoliger Ausführung ist sie einzeln erhältlich, was den Tausch des ganzen Dimmers erspart.
Fazit
Der RGBW Dimmer steuert vier Kanäle über PWM und wird bei 24 Volt Gleichspannung betrieben. Für die Auswahl genügt eine Frage: Laufen die Leitungen im Verteiler zusammen, dann Tree oder Air auf der Hutschiene, sonst der Compact Dimmer nahe an der Leuchte. Wichtiger als die Wahl der Variante sind aber die beiden Punkte danach. Legen Sie das Netzteil nach dem Vollausschlag aller Kanäle aus und nicht nach dem Normalbetrieb, und sichern Sie den Ausgang ab, statt den Dimmer im Fehlerfall selbst als Sicherung arbeiten zu lassen. Wer diese beiden Dinge von Anfang an mitplant, hat mit der Installation dauerhaft Ruhe. Arbeiten an der 230-Volt-Seite des Netzteils gehören dabei in die Hände einer Elektrofachkraft.
RGBW Dimmer bei den Allroundbastlern
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